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Dr. Jürgen Kuhl – Stochastische Resonanztherapie

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Erfahrungsbericht eines Arztes mit inkompletter Querschnittlähmung unterhalb des dritten Halswirbels nach schwerem Verkehrsunfall, dokumentiert über ein Jahr stochastische Resonanztherapie (SRT, umgangssprachlich „Rütteltherapie“). Ausgangslage: Nach 13-monatiger Erstrehabilitation nutzte der Autor konsequent Physio- und Ergotherapie, um wiedererlangte Funktionen zu erhalten und zu verbessern. Die SRT lernte er über die leitende Physiotherapeutin einer Frührehabilitation kennen. Durchführung: Freies Stehen auf den beiden schwingenden Fußplatten, Blick in den Raum, Arme locker hängend; standunsichere Patienten werden am Gerät gesichert. Die Position wurde je nach Behandlungsfortschritt variiert (Schrittstellung, gegrätschter Stand, Vierfüßlerstand/Krabbeln, kombiniert mit forciertem Gehen im Gehtrainer). Trainingsprotokoll: 50 Sekunden Vibration, 50 Sekunden Pause, fünf Wiederholungen. Die Rüttelimpulse werden abschnittsweise im ganzen Körper unterschiedlich wahrgenommen; nach der Behandlung beschreibt der Autor eine Ermüdung wie nach einem Trainingslauf. Wirkprinzip aus Patientensicht: Kurze, dreidimensionale Schwingungen, bei denen sich jede Schwingung von der nächsten unterscheidet und die zusätzlich von Störimpulsen überlagert werden. Weil kein Reiz dem anderen gleicht, wird die Habituation des Gehirns gegenüber wiederkehrenden, bedeutungslosen Reizen überwunden; die Muskulatur antwortet mit feinen Reflexen. Das Gehirn wird gefordert, aus den nach Rückenmarksschädigung „chaotisch“ eintreffenden Impulsen neue, funktionierende Bewegungsmuster zu bilden und abzuspeichern. Verlauf und beobachtete Veränderungen: Nach fünf Einheiten Schmerzfreiheit bei gleichzeitiger Reduktion von Ibuprofen (1800 mg auf 600 mg pro Tag), deutlich verbesserte Beweglichkeit der linken Schulter und ein von den Therapeuten bestätigt verbessertes Gangbild. Weitere Reduktion des Muskelrelaxans Lioresal (von 150 mg auf zunächst 95 mg, später 75–80 mg pro Tag), Diazepam und Ibuprofen konnten abgesetzt werden. Blasenfunktion: Entleerungen von acht auf sechs reduziert, Toilettengang von bis zu 60 auf 20–30 Minuten verkürzt, imperativer Harndrang weitgehend verschwunden, Anticholinergika vollständig abgesetzt, Blasenkapazität von 500 auf 700 ml gesteigert. Rückkehr von Oberflächen- und Tiefensensibilität besonders an Händen und Fingern (bessere Temperatur- und Formunterscheidung, Schriftbild geordnet und flüssiger), erstmals warme Füße beim Baden und wieder einsetzende Schweißsekretion unterhalb der Läsionshöhe. Verbesserte Rumpfkontrolle und Standfestigkeit: selbstständiges Aufrichten aus tiefem Sessel, Rotationsbewegungen im Rumpf, Rollen mit über den Kopf gestreckten Armen, Gehstrecke im Gehtrainer rund 200 m (ca. 50 m ohne Festhalten). Ungestörter Nachtschlaf, verbesserte Vigilanz und kognitive Leistung („Verlieren des roten Fadens“ verschwunden), subjektiv verbesserte Atemfunktion. Nach drei Jahren Osteoporosebehandlung lag die Knochendichte trotz Dauertherapie mit Heparin wieder im altersentsprechenden Normbereich – daran rechnet der Autor der SRT einen wesentlichen Anteil zu. Kritisch dokumentiert werden auch Belastungen: phasenweise nachlassende Kniekontrolle mit kontrollierten Stürzen, nachts heftige Spastik, muskelkaterartige Schmerzen nach intensiven Einheiten sowie interkurrente Harnwegsinfekte, die die Leistungsfähigkeit zeitweise einschränkten. Fazit des Autors: Die stochastische Resonanztherapie ist eine einfache, nach seiner Erfahrung jedoch hochwirksame Behandlung, wenn sie konsequent und über einen ausreichend langen Zeitraum angewendet wird. Nach einem Jahr Behandlung beschreibt er einen gefestigten bis leicht verbesserten Zustand mit zufriedenstellender Lebensqualität und setzt die Therapie fort. Hinweis: Es handelt sich um einen individuellen Erfahrungsbericht, nicht um eine kontrollierte Studie; Ergebnisse sind nicht verallgemeinerbar.

Fragment tekstu pochodzi z oryginalnej publikacji i służy celom informacji naukowej. Wszelkie prawa należą do odpowiednich autorów i wydawców.